Kajak Klub Rosenheim

Der Kajak- Klub Rosenheim e.V.

Wir über uns

Wir hoffen, euch einen kurzen Abriss der Geschichte von 1925- 2005 mit der Diashow unseres Vereinmitglieds Siegi Gunzenberger und in Textform geben zu können.

Viel Spaß beim Anschauen und Lesen 🙂

Die Geschichte des Kajak- Klub Rosenheim e.V.

Als Sportverein ganz besonderer Prägung erweist sich bei näherem Zusehen der Kajak Klub Rosenheim. Das Oberbayerische Volksblatt schrieb vor mehr als 60 Jahren, im Juli 1950 im Rosenheimer Anzeiger in seinem Bericht über die Wiedergründung des KKR „…die Rosenheimer Paddler sind auf den reißenden, gischtenden Wildwassern der Gebirgsflüsse und in den verborgensten Paradiesen der heimatlichen Seen und Altwässer zu Hause“. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die Geschichte des KKR ist eng mit der Idee des zerlegbaren Kajaks, mit der Erfindung des Faltbootes verbunden, die auf das Jahr 1905 zurückführt. Der Architekt Alfred Heurich lebte viele Jahre in Rosenheim – ist auch am Rosenheimer Friedhof beerdigt – und gilt als der Erfinder des Faltbootes. Der Rosenheimer Schneidermeister Johann Klepper erwarb die Lizenz zur Alleinfabrikation des Bootes. Das „Rucksackboot“ gelangte bei Klepper zur Serienreife und machte so in den Zwanziger-Jahre seinen Siegeszug um die Welt. In dieser Zeit bildeten sich auch in Rosenheim Gruppen und Gemeinschaften, die mit dem zerlegbaren Boot die Seen und Flüsse der näheren und weiteren Umgebung befuhren. Es wird von einem „Faltbootverein Rosenheim“ im Jahre 1923 mit 6 Mitgliedern berichtet, der sich aber bald wieder auflöste.
Es lag nahe, dass in Rosenheim, am Sitz der immer bekannter werdenden Klepperwerke, ein Kajakverein gegründet wird. Aus bescheidenen Anfängen wurden dann 1925 von 40 Wassersportbegeisterten der Kajak Klub Rosenheim gegründet.

Die 20iger Jahre waren die Blütezeit für den Flusswandersport und man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie viele Paddler damals auf dem Inn zu sehen waren. Das Faltboot wurde eine für breite Kreise erschwingliche Möglichkeit für individuelle Erlebnisse von Freiheit und Abenteuer. Die Flüsse waren damals noch unverbaut, und auf Inn und Donau waren abenteuerliche Reisen in sonst kaum erreichbare Länder bis zum Schwarzen Meer möglich.

Wie die meisten Sportvereine wurde auch der Kajak Klub Rosenheim vom Hitlerregime 1938 aufgelöst und es sollte zwölf Jahre dauern, bis 1950 alle Hürden für eine Wiedergründung des Vereins überwunden waren.
Die nun folgenden Jahre waren reich an gemeinsamen Wanderfahrten und Skitouren, zünftigen An- und Abpaddeln, originellen KKR-Faschingsbällen, Skifasching auf der Hochries usw. Die Anfangsjahre nach der Wiedergründung waren geprägt von gemeinsamen Fahrten mit der „KKR-Transportkolonne“. Die Mitglieder waren dankbar für die Fahrgelegenheiten auf den LKWs z.B. der Klepperwerke, des Oberbayerischen Volksblatts und verschiedener großzügiger Vereinsmitglieder.

Eine neue Paddeltechnik und verbessertes Bootsmaterial waren die Gründe für einen neuen Aufschwung des Kanusports in den 50iger Jahren. Bald sind die Mitglieder des KKR wieder vertreten bei den Kanuveranstaltungen im In- und Ausland. KKR-Mitglieder waren erfolgreich im Kanuslalom und im Wildwasserrennsport. Es reifte eine vielbeachtete Slalommannschaft heran, die schöne Erfolge für den damals etwa 100 Mitglieder zählenden Verein errang.
Es folgen Jahrzehnte in der Vereinsgeschichte, in denen die Kanusportler für den Kajak Klub und für die „Sportstadt Rosenheim“ erfolgreich Titel bei nationalen und internationalen Wettkämpfen sammelten. Die große Zahl von Meistertitel unserer Schüler, Jugendlichen und Erwachsenen sind den jeweiligen Jahresberichten und der Vereinschronik zum 75jährigen Gründungsfest (2000) entnehmen.

Entstanden aus dem Helferfest zur Vorbereitung der Landesgartenschau 2010, veranstaltet der KKR seit 2009  jährlich das Rosenheimer Drachenboot Rennen.

Bootshaus am Inn

Zum 75igsten Gründungsfest wurde das Bootshaus am Inn fertiggestellt. Die bisherigen Bootsunterkünfte im Schmidbräukeller in der Hofau und später am ehemaligen Stadtsee platzten bald aus allen Nähten, so dass der KKR mit großen Eigenleistungen der Mitglieder in der Kastenau ein neues Klubheim baute. 1990 folgte der Neubau der angrenzenden Bootshalle mit Platz für 400 Boots des Vereins und der Klubmitglieder. 
Im Jahr 2015 wurde durch eine Initiative mehrerer Vereinsmitglieder der ehemalige Jugendraum umgebaut und mit viel Eigeninitiative mit einer Sauna ausgerüstet.
2020 war ein sehr arbeitsreiches Jahr am Bootshaus am Inn. Mit Hilfe der Mitglieder wurde das Dach des Bootsschuppens erneuert und unter dem Dach des Bootshauses wurde als zusätzliche Trainingsmöglichkeit eine Boulderwand installiert.

Bootshaus am Simssee

Ein Stützpunkt an einem See in der Nähe von Rosenheim war schon immer der Traum der KKRler. Vor dem 2. Weltkrieg hatte der Verein eine Bootshütte beim Strandbad Sandbichler in Baierbach gepachtet. In einer Zeit, in der nur die Wenigsten ein eigenes Kraftfahrzeug besaßen, war die Hütte am See für die Vereinsmitglieder wertvoll. Der Pachtvertrag wurde dem KKR  1957 gekündigt. In Ecking konnte der KKR auf dem Seegrundstücks von Sepp Fritz (jetzt Landkreis), das zur Hälfte auch dem Seebesitzerverein gehört, eine neue Hütte bauen. Der KKR hat in Ecking eine zweite Heimat gefunden und kann stolz auf dieses Juwel sein. Ideale Paddelbedingungen für den Kajaknachwuchs, für die Jugend, für die verschiedenen Paddler Gruppen des Vereins und für die aktiven Rennsportler.
Durch große Eigeninitiative vieler Mitglieder wurde 2020 das Bootshaus am Simssee und die Steganlage renoviert.

Das Vereinsleben war während der letzten Monate wegen der Corona-Krise erheblich eingeschränkt. Es ist zu hoffen, dass die verfügten Einschränkungen jetzt Zug um Zug gelockert werden und der Sportbetrieb wieder in vollem Maße aufgenommen werden kann. Das ist dem an vielen großen Mitgliedern reichen Rosenheimer Kajak Klub zu wünschen.

Die Klubvorsitzenden seit der Gründung:

Wilhelm Sattler 1925 – 1928
Franz Lazarus 1929 – 1930
Otto Muthig 1931-1932
Percy Lehne 1933
Lorenz Aringer 1934- 1936
Hans Fritz 1937 – 1945
Peter Hitzelsberger 1950 – 1956
Sepp Fischer 1957
Otto Zehetmaier 1957 – 1966
Willibald Vogt 1966 – 1968
Helmut Thäle 1968 – 1972
Willibald Vogt 1972 – 1978
Sepp Eberwein 1978 – 1980
Siegi Gunzenberger 1980 – 1984
Walter Schlosser 1984 – 1988
Degenhard Pfeiffer 1988 – 1989
Andrea Hollerieth 1990 – 1993
Willibald Vogt 1994  – 2002
Max Moser 2002 – 2006
Klaus Pernreiter, Klaus Dehler, Toni Prijon 2006 – 2010
Klaus Pernreiter, Konrad Hollerieht, Toni Prijon 2010 – 2012
Stefan Brger, Konrad Hollerieht, Toni Prijon 2012 – 2020
Klaus Suessmuth, Konrad Hollerieht, Toni Prijon  – heute